Prüfer: | Prof. Dr. Keller |
Beisitzer: | Frau Boursas |
Datum: | 08.01.2003 |
Dauer: | ca. 25 min. |
An die genauen Worte bei der Fragestellung kann ich mich nicht mehr erinnern. Man merkte aber doch, daß er versuchte Schlüsselwörter (wie z. B. eindeutig) zu vermeiden und so war für mich nicht gleich erkennbar
worauf er nun eigentlich hinaus wollte.
Was für Arten von booleschen Funktionen gibt es?
Nach dem ich erst dachte was meit er wohl fing ich an von zweistufigen
Normalformen an zu erzählen und wollte dann auf DNF und KNF hinaus. Aber
hier unterbrach mich Prof. Keller und und vormulierte die Frage etwas um
bis ich dahinter kam das er Darstellungsformen meinte. Das sind zum einen
Funktionen, Wahrheitstafeln, KV-Diagramm und Schaltnetzzeichnungen.
Was für besondere Formen gibt es denn dabei?
Eine Besonderheit stellt die KDNF dar, also eine DNF die nur Minterme
enthält. Sie ist eindeutig, d. h. jede Boolesche Funktion hat genau eine
KDNF.
In der Praxis nutzt man aber KDNFs selten. Warum?
Sie sind zu umfangreich.
Was heißt zu umfangreich?
Die Darstellungsform kann verkürzt werden ohne das sich der Wert der
Funktion verändert.
Und wie verkürze ich die KDNF?
Entweder mit Schaltalgebra, KV-Diagramm oder dem Quine MC Clusky -
Verfahren
Wie geht das denn mit dem Quine MC Clusky - Verfahren?
Ich fing an das Verfahren kurz zu erklären aber Prof. Keller meinte das
bräuchte ich nicht.
Was erhalte ich denn wenn das Verfahren abgeschlossen ist?
Kernimplikanten und eine Restüberdeckung
Kernimplikant ist ein Implikant, der zur Überdeckung weingstens eines
Minterms nötig ist, also zum Kernbestand der Primterme gehört.
Restüberdeckung sind wesentliche Primimplikanten und Primiplikanten sind
nicht mehr Verkürzbare Terme einer DNF.
Das war Prof. Keller wohl zu schwammig, so hackte er nach. Wie findet man
denn die Restüberdeckung?
Ich habe eine Primtermtabelle, in den Zeilen
stehen die Primterme und in den Spalten stehen die Minterme. Und dann ganz
genau erklären, wie ich dann die Kernimplikanten erhalte und die
Pimimplikanten.
Was für Speicherzellen kennen Sie?
Filpflops
Nennen Sie das einfachste!
Das SR-FF mit Erklärung der Zustände
Dann kam eine Frage zu Rechenschaltungen (4te KE) aber damit hatte ich mich weniger beschäftigt. So wechselte er das Thema.
So nun haben wir alles zusammen, wie ist denn ein Mikroprozessor
aufgebaut?
Die 5 Hauptbestandteile aufgezählt Steuerwerk, Rechenwerk,
Registersatz, Adreßwerk und Systembusschnittstelle. Ich habe mich dazu bei
der Erklärungen zu den einzelnen Bauteilen an die Studientagsunterlagen
(gibts auch im Netz) gehalten, die Erklärungen sind verständlich und nicht
zu lang. Dazu habe ich noch erklärt, das durch die Auslagerung des
Adresswerkes als nun eigenes Bauelement Pipelining ermöglicht wird.
Was für Komponenten können noch mit der Systembusschnittstelle verbunden
sein?
Auf jeden Fall der Arbeitsspeicher, der Rest kommt darauf an das ist
verschieden. Die MMU, Controller, E/A Schnittstellen, ...
Was für Controller?
Bus und DMA Controller (weis aber nicht ob das stimmt!)
Beim Pipelining, wieviele Behehle haben sie nach einem Takt?
Im günstigsten Fall einen aber das ist nur tehoretisch, in der Praxis
sieht das anders aus, es gibt einige Pipeline Hemmnisse. Wie z. B.
Betriebsmittelabhänigkeit, Datenabhänigkeit und Kontrollflußabhänigkeit.
Was heißt den Datenabhänigkeit?
Ein noch nicht berechnetes Datum (noch nicht zurückgeschriebenes) soll im
nächsten Befehl verarbeitet werden.
Was heißt Kontrollflußabhänigkeit?
Die Bedingung für einen Verzweigunsbefehl ist noch nicht ausgewertet. Man
kann das Problem beheben, in dem man NOP-Befehle einfügt, (auch die
Nachteile von NOP-Befehlen angeben), man kann Befehle umstellen, so das
für die Ausfühung auf jeden Fall duchzuführende Befehle vorgezogen werden.
Dann gibt es noch die Möglichkeit, der Vorhersage. (Prof. Keller legte
Wert auf sehr genaue Erklärung zu statischen und dynamischen Vorhersage.)
Wie funktioniert der Branch Target Cache?
Den Direct mapped Cache hätte ich wohl noch hin bekommen aber da musste
ich passen.
Was für Arbeitsspeicher kennen Sie?
Statisch und Dynamische RAMs. Jeweils mit Erklärung, warum SRAMs
hauptsächlich im Cache und DRAMs für den "eigentlichen" Arbeitsspeicher
verwendet werden.
Dann fragte er welchen Arbeitsspeicher er denn in seinem PC hat und zeigte
auf diesen.
Also brandneu sah der nicht aus so antwortete ich: vermutlich SD-RAMs.
Wenn ich den PC starte, woher weis der Computer was er tun soll, die RAMs
sind doch leer?
Es gibt auch noch ROMs, man unterscheidet dabei zwischen
reversiebelen und irreversiebelen RAM-Speichern, also programmierbaren und
nicht programmierbaren ROMs. Jeweils den Unterschied erklärt.
Nach dieser Frage unterbrach Frau Boursas, denn die Zeit war um. Aus den meisten Protokollen hatte ich den Eindruck gewonnen, daß Prof. Keller Wert darauf legt, das man viel von sich selber aus erzählt. Das kann ich nun nicht bestätigen. Bei den ersten zwei drei Fragen hatte ich das noch probiert. Wenn man das Protokoll so liest könnte man sagen, ja was will er (ich) denn, die Fragen sind doch meist sehr Verständlich. Das liegt aber daran, das ich sie so formuliert habe. Ich hatte bei vielen Fragen das Problem, das ich nicht wußte worauf er hinaus wollte und habe deswegen auch öfers zurückgefragt was er denn meinte. Beide waren sehr nett und ich hoffe, daß ich jetzt niemanden mit meinem Komentar erschreckt haben, denn ich kann Prof. Keller als Prüfer gerne weiter empfehlen. Er hilft einem wenn man nicht weiter weiss, erzählt viel von sich aus und wechselt auch das Thema, wenn er merkt hier sind noch einige Lücken. Das macht nicht jeder.